Wie fördert Fantasiespiel die Entwicklung von Kindern?
So-tun-als-ob-Spiele stärken Sprache, Gefühle und Problemlösen. So holen Sie das Beste aus digitalem Fantasiespiel heraus.
Wenn ein Kind mit einem Spielzeugtelefon „den Arzt anruft“ oder aus Bauklötzen eine Bäckerei baut und „Brot verkauft“, spielt es ein Fantasiespiel. In der Entwicklungspsychologie als „Symbolspiel“ oder „So-tun-als-ob-Spiel“ bekannt, ist es eine der natürlichsten Arten, wie Kinder lernen.
Warum ist das wichtig?
Viele Studien zur kindlichen Entwicklung sowie Quellen wie der klinische Bericht „The Power of Play“ der American Academy of Pediatrics (2018) betonen, dass freies Spiel die Entwicklung von Kindern unterstützt. Gerade das Fantasiespiel kann beitragen zu:
- Sprache und Erzählen: Kinder geben Rollen eine Stimme, bringen Ereignisse in eine Reihenfolge und probieren neue Wörter aus.
- Gefühle und Empathie: Ein krankes Tier gesund pflegen oder das Problem eines Freundes lösen übt, sich in andere hineinzuversetzen.
- Problemlösen: Kleine Probleme wie „Die Katze sitzt im Baum fest, wie holen wir sie herunter?“ lehren Planen und Ausprobieren.
- Selbstregulation: Selbst aufgestellte Regeln einhalten, warten, bis man dran ist, und eine Geschichte zu Ende bringen stärken Aufmerksamkeit und Geduld.
- Kreativität: Spiele ohne die eine richtige Antwort ermutigen Kinder, eigene Ideen zu entwickeln.
Hilft digitales Fantasiespiel auch?
Spiele auf dem Bildschirm ersetzen das Spielen in der echten Welt nicht, können es aber gut ergänzen, wenn sie gut gestaltet sind. Ein gutes digitales Fantasiespiel bietet:
- Entdecken statt Gewinnen oder Verlieren.
- Keine Zeitlimits oder Punkte, die das Kind hetzen.
- Offene Szenen: In derselben Küche lässt sich jedes Mal eine andere Geschichte erzählen.
- Keinen Werbe- oder Kaufdruck, der den Spielfluss unterbricht.
Vom Bildschirm ins echte Leben
Wenn die im Spiel erfundenen Geschichten ins echte Leben wandern, vervielfacht sich der Nutzen des digitalen Spiels:
- Fragen Sie: „Wem hast du heute im Spiel geholfen?“, und lassen Sie Ihr Kind erzählen.
- Hat es im Spiel Kekse gebacken, backen Sie gemeinsam echte Kekse.
- Hat es im Spiel eine Pflanze großgezogen, säen Sie auf dem Balkon einen Samen in einen Topf.
- Lesen Sie Bücher über die Berufe, die es gesehen hat (Feuerwehr, Tierarztpraxis, Friseursalon).
Fazit
Fantasiespiel ist die „Arbeit“ der Kindheit. Ob digital oder nicht: Spiele, die Kindern Raum für eigene Geschichten geben, begleiten die Entwicklung von Sprache, Gefühlen und Denken. Als Eltern können wir vor allem eines tun: Publikum für diese Geschichten sein – und manchmal Spielpartner.